06.08.2013

Haben Sie schon einmal einen „FoDOGrafen“ getroffen?

06.08.2013

Haben Sie schon einmal einen „FoDOGrafen“ getroffen?

Hauptseite Pupparazzi Haustierfotografie

Ich entdeckte Simon Woodcock zufällig beim Surfen im Netz.

Pupparazzi ist meiner Meinung nach ein toller Name für seine Aktivität und als ich sah, dass hinter dem Namen auch einige tolle Ideen und Fotos steckten, beschloss ich, ihn zu kontaktieren, und ein bisschen mehr über ihn und seine Arbeit als ‚FoDOGraf‘ herauszufinden.

Hunde-Fotografen in Melbourne

Wie haben Sie angefangen?

Als ich von England nach Melbourne, Australien, zog, startete ich mein Fotografie-Unternehmen bei null. Als mein Flieger hier landete, hatte ich keine Kontakte und keinen konkreten Plan, aber einige Ideen, in welche Richtung ich mit meiner Fotografie gehen möchte. Zunächst einmal musste ich jedoch anfangen zu fotografieren und mein Gesicht ‚bekannt zu machen‘, also begann ich, Hochzeiten, Firmenveranstaltungen und Promi-Events auf dem Roten Teppich zu fotografieren. Dies half mir zwar, einige Rechnungen zu bezahlen, aber nicht alles davon machte Spaß oder war erfüllend. Zu meiner Überraschung hatte ich wirklich Freude an den Hochzeiten und führe diesen Teil des Geschäfts als separate Marke bis heute weiter (www.weddingsnapper.com.au), mit einem ganz eigenen und etwas ungewöhnlichen Stil der Hochzeitsfotografie.

Die Marke Haustierfotografie entwickelte sich aus einem Vorschlag meiner Schwägerin, Fiona, die sagte, dass sie die Fotos liebte, die ich von ihrem geliebten Mojo gemacht hatte, und andere Menschen dies wahrscheinlich auch tun würden und dass ein Haustierfotografie-Unternehmen in Melbourne sozusagen ‚gute Startbeine‘ haben könnte. Aber mir fiel partout kein Name ein. Wie würde ich es nur nennen?  Ich konnte nicht gemeinsam mit Hochzeiten oder Veranstaltungen dafür Werbung machen, es brauchte also seine eigene Identität. 5 Minuten nach der ersten Unterhaltung rief Fiona mich mit einigen Vorschlägen zurück, einer davon war Pupparazzi. Einem guten Wortwitz (engl. pup = junger Hund) konnte ich nicht widerstehen, also stand meine Entscheidung sofort fest – der Name war zugleich humorvoll und sagte aus, worum es in dem Unternehmen geht. Lieben Sie clevere Marketingfachleute nicht einfach?!

Hunde-Fotografen Melbourne

Mein Hintergrund in der Fotografie stammt aus meiner Zeit beim BBC und im Verlegen von Magazinen im Vereinigten Königreich. Während ich für einen kleinen Magazinverleger arbeitete, wurde ich Bildredakteur des ‚Eukanuba‘-Magazins für die globale Haustierfuttermarke. Zu dieser Zeit war es eine Feuertaufe, da ich noch nie mit Kindern oder Tieren in der Fotografie gearbeitet hatte; das alte Sprichwort, dass man nie mit Kindern oder Tieren arbeiten sollte, schien mein Mantra zu sein!  Sobald mir klar wurde, dass gut trainierte Hunde der Schlüssel sind, um gelungene Fotos zu machen, schien alles ganz entspannt und unterhaltsam zu sein.

Ich glaube, dass hier der Samen für die Haustierfotografie gesät wurde – es dauerte nur ein paar Jahre, bis er keimte!

Sie definieren sich als „Fodografen“. Wo liegt der Unterschied, wenn es denn einen gibt, zwischen einem Fotografen und einem Fodografen, abgesehen vom Motiv Ihrer Aufnahmen?

Natürlich sind es andere Motive, aber auch meine Herangehensweise an das Motiv ist eine andere. Bei Hochzeiten und Veranstaltungen kann man nicht wirklich entspannen oder allzu viel experimentieren, denn es gibt immer etwas, das man fotografieren muss, oder nach dem man Ausschau halten sollte. Bei Haustieren ist alles viel entspannter und es gibt weniger Einschränkungen.

Haustierfotografie Melbourne

Wenn jemand ein Shooting für Haustierfotos bucht, gönne ich mir für die Buchung immer mindestens eine zusätzliche Stunde, damit ich keinen Zeitdruck habe, wenn das Tier nicht mit macht. So habe ich genug Zeit, einen Kaffee zu trinken, mit einem Ball zu spielen oder einen kleinen Spaziergang zu machen, um den Hund in eine andere Stimmung zu bringen oder etwas müde zu machen.

Es kam schon vor, dass sich einstündige Shootings auf drei Stunden ausgedehnt haben, weil wir so viel Spaß hatten oder das Licht gut war. Es spricht viel dafür, sich diese Art von Freiheit zu gönnen, alles einfach fließen und auf sich zukommen zu lassen – man weiß nie wirklich, wohin das letztlich führt!  Trotzdem hatte ich schon immer eine Grundstruktur bei Shootings, ich benutze anfangs lieber eine längere Linse, wie meine Canon 70-200 2,8, sodass der Hund Zeit hat, sich an mich in seiner Nähe zu gewöhnen, ohne dass ich ihm ‚zu sehr auf den Leib rücke‘. Danach steige ich dann auf eine Canon 50mm 1,2 und auf eine meiner unkonventionelleren Linsen um, eine alte Makrolinse, die toll ist, um einige Details wie Nasen, Pfoten, Augen, Schnurrhaare usw. einzufangen.

Also ja, wenn ich Hunde fotografiere, bin ich eher ein ‚Fodograf‘ als ein Fotograf, ich erkenne die Stimmung des Tieres und gestalte das Shooting so spaßig und entspannend wie möglich, statt einfach nur zu versuchen, es so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Ich hoffe, das kommt in meiner Fodografie rüber!

Haustierfotografie Melbourne-15 (1)

Wer ist Ihr Zielpublikum? Wer sind Ihre Kunden?

Mein Zielpublikum sind Hundefreunde. Ganz gleich, ob es Menschen mit einem neuen Hund sind, oder Menschen mit einem Hund, dessen Leben sich dem Ende nähert, und die sich etwas wünschen, das sie an ihren Hund erinnern wird. Zu meinen Kunden haben auch schon einige Verleger gezählt, die Fotos auf dem Blog gesehen und diese in einen Kalender oder ein Buch aufnehmen wollten. Es ist immer toll zu sehen, wie die eigenen Werke in einem Buch oder online veröffentlicht werden. Eine aktuelle Aufnahme eines bezaubernden, jungen Golden Retrievers landete auf dem Einband des Buches Battersea Dogs Home. Ich hatte das Foto bis dahin nur als eine süße Aufnahme betrachtet, die die Halter sich gerahmt an die Wand hängen können, deshalb war es toll zu sehen, wie das Foto ein breiteres Publikum und viel Anerkennung fand.


Haustier-Fotografie Melbourne

Was sind Ihre seltsamsten/kuriosesten Aufnahmen?

Zum Glück hatte ich noch keine seltsamen Foto-Shootings, aber einige Hochzeitsfotokunden haben darauf bestanden, dass ihr Haustier auf dem Hochzeit- oder Verlobungsfoto ist. Mir hat das viel Spaß gemacht, die beiden Genres zu kombinieren, für die ich bekannt bin. Sehen Sie sich die Fotos von dem Mops in seinem Smoking und seinem Herrchen und Frauchen mit den übergroßen Tierköpfen an!

Ich hatte das Glück, noch nie von einem meiner Motive gebissen oder angegriffen worden zu sein, aber einmal hat mich ein sehr starker Blue Heeler (ein australischer Rinderhund) umgestoßen. In der einen Sekunde umklammerte ich noch meine Kamera und beobachtete, wie er auf mich zu lief und in der nächsten lag ich flach auf dem Rücken, schaute in den Himmel und der Hund lag quer über meinem Oberkörper – er war ein großer Junge!

Teilen Sie mit uns einige Ratschläge, wie man tolle Fotos von Hunden macht.

Nehmen Sie 2 Dinge mit, wenn Sie einen Hund fotografieren möchten.
Geduld und Leckerbissen. Es ist wirklich ein einfaches Rezept!

Natürlich helfen hochwertige Kameras und Linsen, sowie die Fähigkeit, diese schnell einzustellen, auch dabei, eine tolle Aufnahme zu erzielen, aber Geduld zahlt sich fast immer aus. Ein Foto zu erzwingen, bringt keine Vorteile, das sieht man dem fertigen Bild fast immer an. Wenn weder der Fotograf noch der Hund ‚in Stimmung‘ sind, ändern Sie die Situation irgendwie. Fügen Sie ein interessantes Element hinzu, zum Beispiel ein Spielzeug; wählen Sie eine andere Perspektive oder machen Sie sogar fünf Minuten Pause und sehen Sie, was sich ergibt – vielleicht ist nur ein bisschen Tohuwabohu nötig, um wieder loszulegen.

Ich liebe es, wann immer möglich, auf Augenhöhe der Hunde zu gehen – das bereichert ein Foto – es bringt den Betrachter auf eine Ebene mit dem Hund, er ist dabei weder dominanter noch vermenschlicht er das Motiv irgendwie.

Vergessen Sie nicht die zweite Sache, die Sie in Ihre Ausrüstungstasche gepackt haben. Wenn alles andere fehlschlägt, lassen Sie die Leckerlis von der Leine!  Fast alle Hunde lassen sich mit einem schmackhaften Leckerbissen bestechen und er hilft ihnen wirklich dabei, ihre Aufmerksamkeit für einige süße Fotos direkt auf die Linse zu konzentrieren.

Wenn Sie mehr über Simon und seine Arbeit erfahren möchten, können Sie seine Webseite, Pupparazzi Pet Photograph oder seine sozialen Kanäle: G+FacebookPinterest und Twitter besuchen.

Stefania Boleso

Top
Unsere Marken