Magic hour Flowers

07.02.2018

10 Tipps für das Fotografieren während der goldenen Stunde

written by:
MACCA SHERIFI

07.02.2018

10 Tipps für das Fotografieren während der goldenen Stunde

In diesem Beitrag erklärt Macca Sherifi, wie man die goldene (magische) Stunde am besten nutzt, um die perfekten Fotos aufzunehmen.

Die goldene Stunde. Unter Fotografen ist sie bekannt als die Stunde, in der die besten Fotos gelingen.

Falls Sie zuvor noch nie von der goldenen Stunde (auch als magische Stunde bekannt) gehört haben, sei gesagt, dass es sich hierbei um die Stunde nach Sonnenaufgang sowie die Stunde vor Sonnenuntergang handelt. Es ist der Zeitraum, an der die Sonne nahe über dem Horizont steht und alles in einem wunderschönen goldenen Licht erstrahlt. Bei der Fotografie dreht sich alles um das richtige Licht: Mit der goldenen Stunde lässt sich ein sehr weiches, diffuses Licht erzeugen, welches das Motiv am besten beleuchtet.

Wenn die Sonne während des Tages direkt über uns steht, ist das Gesicht vieler Menschen im Schatten. Wenn die Sonne aber tief am Horizont scheint, ist es so, als würden die Gesichter direkt von Softboxen angestrahlt werden. Die Schatten verschwinden, was bedeutet, dass Sie keine Details in dunklen Bereichen eines Fotos verlieren. Weniger Schatten = mehr Details = ein besseres Foto.

Die Färbung des Lichts lässt sich zurückführen auf den flachen Winkel, in dem die Sonne zu dieser Zeit auf die Erde fällt. Der Anteil des blauen Lichts in der Strahlung wird dabei durch die Atmosphäre herausgefiltert. Warme Farben sind das Resultat.

Im Folgenden führe ich nun einige Tipps auf, um zu zeigen, wie man die goldene Stunde optimal nutzt, um perfekte Fotos zu erhalten:

 

Nr.1 Finden Sie den richtigen Standort

Wenn Sie unterwegs sind, besonders im Urlaub oder auf Reisen, können Sie zur falschen Tageszeit am perfekten Ort vorbeilaufen. Merken Sie sich, wo es war, oder machen Sie ein Foto, damit Sie sich erinnern, und kehren Sie kurz vor Sonnenuntergang zurück. Den richtigen Ort für ein Foto zu finden, ist das A und O. Sie werden staunen, was die goldene Stunde für einen Unterschied macht!

 

Nr.2 Entscheiden Sie sich zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang

Viele Fotografen werden vermutlich sagen, dass es wesentliche Unterschiede zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bezüglich des Lichtes gibt. Persönlich denke ich nicht, dass es einen großen Unterschied gibt – Sonne ist Sonne. Die einzige Aufgabe der Sonne ist, Licht und Wärme auszustrahlen und daran ändert sich nichts. Was sich jedoch ändert ist die Bildeinstellung Ihres Schauplatzes. Wenn Sie sich in einer Stadt oder an beliebten Touristenorten aufhalten, sind beim Sonnenuntergang garantiert viel mehr Menschen unterwegs als beim Sonnenaufgang, denn seien wir mal ehrlich, wer will schon um 5 Uhr morgens aufstehen? Wenn Sie nach „freien“ Aufnahmen suchen, ohne dass jemand anderes im Bild ist, ist der Sonnenaufgang genau das Richtige für Sie. Allerdings bedeutet dies auch, dass Sie etwas früher aufstehen müssen.

 

Nr.3 Behalten Sie das Wetter und die Zeiten der Auf- und Untergänge im Auge

Bevor Sie sich überlegen, zu welcher Zeit Sie Ihren Wecker stellen, sollten Sie die Wettervorhersage checken. Wenn es zur goldenen Stunde bewölkt oder regnerisch wird, ist es besser, wenn Sie im Bett bleiben. Sehen Sie auch nach, um wie viel Uhr die Sonne tatsächlich aufgeht. Wenn Sie sich beispielsweise am Äquator aufhalten, geht die Sonne sehr schnell auf und ab und die goldene Stunde dauert nur 20 Minuten. Sind Sie jedoch im Sommer in Skandinavien unterwegs, kann die goldene Stunde den halben Tag lang andauern. Es gibt einige wirklich gute Apps wie „Magic Hour“ für iOS oder „Golden Hour“ für Android, die Ihnen sagen, wann die Sonne auf- bzw. untergeht.

 

Nr.4 Seien Sie nicht zu spät

Wenn Sie den perfekten Ort gefunden haben und Sie wissen, dass die Sonne um 06:14 Uhr aufgeht, stellen Sie Ihren Wecker nicht auf 06:00 Uhr. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie in nur 14 Minuten aus dem Haus sind und sich an der richtigen Position befinden. Stellen Sie sicher, dass Sie genügend Zeit einplanen, um zu Ihrem Standort zu gelangen und Ihre gesamte Ausrüstung aufzubauen. Da Sie während der goldenen Stunde nur ein kleines Fenster zum Fotografieren zur Verfügung haben, sehen Sie zu, dass Sie jede Sekunde ausnutzen.

Nr.5 Vorsicht vor Wolken

Ziehen während der goldenen Stunde Wolken auf, müssen Sie diesen Faktor mit in Ihren Aufnahmen bedenken. Wolken bedeuten, dass sich die Sonne hinter Ihnen versteckt, sodass der Sonnenuntergang etwa 20 bis 30 Minuten vorher eintritt. Wenn Sie Landschaftsfotos machen, können sich Wolken als eine schöne Hintergrundbeleuchtung herausstellen. Also selbst wenn Sie das Sonnenlicht verlieren, bedeutet das nicht, dass Sie keine fantastischen Fotos machen können.

 

Nr.6 Nutzen Sie die Sonne

Wenn die Sonne tief am Himmel steht, können Sie sie auf zwei Arten nutzen. Erstens, um ein Motiv zu beleuchten und es in ein goldenes Licht zu tauchen, oder zweitens, als Gegenlicht. Wenn Sie die Sonne direkt hinter einem Motiv positionieren, entsteht ein heller Umriss. Dieser Effekt ist als Lichtkante (Rim Light) bekannt und kommt besonders bei der Fotografie von Menschen gut zur Geltung.

 

Nr.7 Ändern Sie Ihren automatischen Weißabgleich (AWB)

Der AWB ist besonders beim Fotografieren während der goldenen Stunde relevant. Wählen Sie in dem AWB die Einstellung „wolkig“. Dadurch kann das natürlich leuchtende Licht am besten wiedergegeben werden. Ansonsten kann es sein, dass das schöne Licht neutralisiert wird und kontrastarm und langweilig erscheint. Aber nicht jeder Weißabgleich arbeitet in allen Situationen perfekt! Spielen Sie mit den Einstellungen, um zu sehen, welche Ihnen am besten gefällt.

 

Nr.8 Fotografieren Sie mit einer großen Blendenöffnung

Um die goldene Stunde und das besondere Licht darin wirklich einfangen zu können, fotografieren Sie am besten mit einer sehr breiten Öffnung. Ich empfehle Ihnen die Einstellung zwischen f/1.4-4.0. Diese macht das Hintergrundlicht nicht nur sehr weich, sie gibt Ihnen auch mehr Zeit zum Fotografieren. Wenn Sie das Licht verlieren, verlieren Sie Zeit. Um aus der goldenen Stunde den größtmöglichen Nutzen zu ziehen, können Sie mit einer großen Blende mehr Licht auf den Sensor bringen, was bedeutet, dass Sie länger fotografieren können.

 

Nr.9 Benutzen Sie ein Stativ

Wenn Sie während der goldenen Stunde fotografieren möchten, ist es immer ratsam, ein Stativ mitzunehmen (ein gutes, stabiles Stativ wie das Manfrotto 190 Go! wird Sie in allen Situation unterstützen). Wenn das Licht zu schwinden beginnt, werden die Verschlusszeiten immer länger. Um daher ein scharfes Foto zu bekommen, sollten Sie ein stabiles Stativ verwenden. Wenn Sie es lieben mit dem Licht zu spielen, kann ich Ihnen nur raten einen ND-Filter einzusetzen und Fotos mit langer Belichtungszeit aufzunehmen.

 

Nr.10 Verwenden Sie Schatten zu Ihrem Vorteil

Es mag schnell in Vergessenheit geraten, aber Fotos sind 2D-Bilder in einer 3D-Welt. Wenn Sie ein Foto machen, ist es wichtig, so viel wie möglich von der dreidimensionalen Welt zu präsentieren. Schatten helfen, diese Tatsache hervorzuheben. Also nutzen Sie sie zu Ihrem eigenen Vorteil.

 

 

Es gibt einen Grund, warum Fotografen die goldene Stunde als die beste Zeit des Tages betrachten – das natürliche Licht ist schwer zu schlagen und verleiht Ihren Fotos eine traumhafte Qualität. Es gibt keinen besseren Start in den Tag, als extra für den Sonnenaufgang aufzuwachen, um das fantastische Licht einzufangen!

Wenn Sie das nächste Mal während der goldenen Stunde fotografieren, nutzen Sie einige dieser Tipps, um das Beste daraus zu machen und perfekte Fotos aufzunehmen. Also gehen Sie raus und lassen Sie sich von der goldenen Stunde verzaubern!

 

 

 

MACCA SHERIFI

Macca Sherifi ist ein professioneller Reise-Blogger und Fotograf. Mit seinem preisgekrönten Reiseblog „An Adventurous World“ ist Macca einer DER Vorreiter in Sachen Reisefotografie. Bisher hat er an spannenden Kampagnen mit einigen der größten Reiseunternehmen der Welt mitgewirkt.

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