18.07.2012

Sport Fotografie – Hinter den Kulissen

18.07.2012

Sport Fotografie – Hinter den Kulissen

Der Fotograf Richard Moran ist davon überzeugt, dass Action Aufnahmen nicht der einzige Weg sind, um Atmosphäre einzufangen.

Ich habe mich bereits den größten Teil meines Lebens für Fotografie interessiert.

Von den 70ern, als mein Vater und ich gemeinsam in der Dunkelkammer Fotos entwickelt haben, bis heute, wo man alles in wenigen Sekunden über ein Blog teilen kann, war die Kunst, Fotografie als Kommunikationsmedium einzusetzen schon immer ein Teil meines Lebens.

Technologie hat so viel verändert, dass wenn ich mich mit meinen Kindern hinsetzen würde und versuchen würde ihnen zu erzählen, dass es vor nicht allzu langer Zeit über eine Stunde gedauert hat, um ein Bild mit jemandem zu teilen, würden sie mich ansehen, als wäre ich verrückt.

Die meiste Zeit bin ich Teil eines Teams das einen Auftrag hat, etwas das wir erreichen wollen, und ich habe die Aufgabe dieses Endziel zu produzieren: „Fotografiere es so, dass wir danach das mit dem Foto machen können. Und dann fotografiere es so, dass wir es hier einsetzen können.“ Das Ergebnis darus ist, dass meine persönliche Arbeit die reinste Form von dem ist, was ich tue, weil es losgelöst von irgendwelchen Vorgaben und Ablenkungen ist.

Ich interessiere mich für Leute, die einen Drang haben etwas zu tun, die nicht aufgeben, die weitermachen bis sie dort sind wo sie sein möchten. Diese Emotionen müssen einen stimulierenden visuellen Charakter haben und ich glaube, dass Radfahren ein Feld ist, welches diese Bedingung erfüllt.

Ich weiß, dass das ein viel fotografiertes Thema ist, aber ich interessiere mich dafür was am Rande des Sports passiert. Ich sehe mir die Routinen und Rituale von Leuten an, bevor sie auf das Rad steigen, oder wie sie sich an einen Punkt peitschen, welchen die meisten von uns nicht erreichen können. Das Rennen ist das Endziel für diese Leute, aber es passiert in solch einer Geschwindigkeit, dass man nicht wirklich etwas darüber lernt, wer diese Personen sind und was für Opfer sie bringen, um dorthin zu gelangen. Ich habe Zeit damit verbracht ihre ritualartigen Routinen von einem Blickwinkel vor und nach dem Rennen zu betrachten und habe entdeckt, dass hinter den Medienerfahrenen, abgerichteten und entschlossenen Athleten eine unsichere, viel menschlichere Seite liegt. Ich glaube, dass eine Aufnahme hinter den Kulissen das einfängt.

Aufnahmen wie diese bringen eine ganz andere Qualität in das Foto, da ihr Schutzschild abgelegt ist. Sie bereiten sich auf das Rennen vor und sind sich die meiste Zeit nicht meiner Anwesenheit bewusst. Ich merke, dass ich mehr die Kontrolle habe, ich kann die Hintergründe manipulieren, mit der Belichtungszeit spielen, mehr Stimmung und Atmosphäre schaffen, was einen tieferen Einblick ermöglicht, warum diese Leute das tun. Der offensichtliche Weg Radsport zu fotografieren, wäre die mit Adrenalin aufgetankte Action abzulichten. Aber die meisten Leute verstehen weder was man braucht, um ein hochqualitatives Sportbild zu machen, noch haben sie die Werkzeuge, um damit zu arbeiten. Die andere Möglichkeit ist zu fotografieren was man sieht. Diese Bilder sind bei einem Profi Radrennen überall um einen herum und alles was man machen muss ist geduldig zu sein, dort lange vor dem Rennstart aufzukreuzen und die Regeln zu vergessen.

 

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