05.03.2014

Von Fernweh und Food-Fotografie

05.03.2014

Von Fernweh und Food-Fotografie

Was tun, wenn man permanentes Fernweh hat? Wenn man sich nach Sonne und fremder Kultur sehnt? Wenn der stressige Alltag einen fest im Griff hat und der nächste Urlaub noch so weit ist?

Manch einer schaut sich alte Reisefotos an, mich aber macht das oft noch wehmütiger. Mir hilft es, mich an den Herd zu stellen und zu kochen! Ich glaube, dass Essen nicht nur den Magen füllt. Es nährt die Seele, es weckt Erinnerungen, es macht glücklich. Mahlzeiten mit Aufmerksamkeit zuzubereiten kann einen in den stressigsten Zeiten erden und der Seele Ruhe geben. Und es kann eben auch ein wenig die Sehnsucht nach der Ferne besänftigen.

Das Fernweh nach Neuengland, durch das wir im letzten Sommer einen Roadtrip machten, ließ sich so schon  wunderbar mit einem geselligen Abend mit Freunden und hausgemachten Pulled Pork Burger bekämpfen. Ist jedoch die Sehnsucht nach tropischen Märkten, sonnigen Gefilden und exotischen Düften zu groß, dann koche ich thailändisch! Die Thai-Küche ist so übervoll mit inspirierenden Aromen, mit Frische und Exotik… sie ist für mich wirklich das, was man „Soul Food“ nennt.

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Als Blogger liebe ich es, die Zubereitung meiner Fernweh-Lieblingsgerichte mit der Kamera festzuhalten, um sie später mit meinen Blog-Lesern zu teilen. Denn dabei kommen gleich mehrere meiner Leidenschaften zusammen… meine Liebe zu gutem Essen, meine permanente Reiselust {der ich so zumindest in Gedanken frönen kann} und meine Freude am Fotografieren. Es macht mir Spaß Zutaten zu arrangieren und die richtigen Perspektiven für meine eigene Bildsprache zu suchen. Dabei kann ich die Welt um mich herum vergessen. Ich kann vergessen, dass es draußen Februar und ungemütlich kalt ist. Ich vergesse, dass ich mich vorhin noch vom Alltag gestresst fühlte. Die Food-Fotografie wird zu einer Art Meditation.

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Es gibt etliche begnadete Food-Fotografen und Food-Blogger, die mich immer wieder inspirieren. Ganz unverkennbar sind die individuellen Bildsprachen von Dietlind Wolfvon Katie Quinn Davies „What Katie Ate“ und von Kathrin Koschitzki „Photisserie“.
Außerdem liebe ich die Bild-Kompositionen vom Team der „Green Kitchen Stories“ und die von meiner lieben Bloggerkollegin Jeanny von Zucker, Zimt & Liebe.

In den letzten 2 Jahren habe ich gelernt, das man nicht zwingend professioneller Food-Stylist sein muss, um ausdrucksvolle Food-Bilder zu schießen. Generell liebe ich ungewöhnliche Perspektiven bei meinen Fotos und die lassen sich auch auf das Fotografieren von Essen übertragen. Oft fotografiere ich zum Beispiel sehr flach über die Tischoberfläche und fokussiere ein spezielles Detail. Ich mag die Spannung, die zwischen Fokus und Unschärfe, der durch eine geringe Schärfentiefe entsteht, auch aus der Vogelperspektive. Obwohl es  in der Food-Fotografie eigentlich üblich ist, fotografiere ich nicht immer mit einem Stativ.

Da ich Perspektivwechsel mag, bin ich oft zu ungeduldig, um ein Stativ immer wieder neu zu positionieren und fotografiere dann doch „frei Hand“. Als Objektiv nutze ich eine lichtstarke 50mm Festbrennweite. Unverzichtbar ist Tageslicht, am liebsten von der Seite! Aber auch der Lichteinfall ist reine Geschmackssache und es ist spannend zu beobachten, wie sehr er das Aussehen des Essens verändern kann.

Matt Armendariz hat ein wunderbares Buch geschrieben, dass mir bei meinen ersten ernsthaften Schritten in Sachen Food-Fotografie sehr weitergeholfen hat. Es heißt „Focus on Food Photoraphy for Bloggers“. Ich mag an Ihm besonders, dass er Hilfestellung gibt, ohne dabei dogmatisch zu sein. Während viele professionelle Fotografen erst einmal fordern, dass man sich mit seiner Kamera auseinandersetzt und lernt, mit manuellen Einstellungen zu fotografieren, sagt er: „don’t feel bad for only shooting in auto mode. Be easy on yourself. It’s okay to shoot auto!“. Ich persönlich finde das sehr erfrischend!

Apropos erfischend… in Deuschland haben wir einen schönen Spruch, wenn es um das Anrichten von Mahlzeiten geht, der lautet: „Das Auge isst mit!“. Wie wahr.

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Und nachdem ich Euch nun vielleicht den Mund mit den Fotos wässrig gemacht habe, lasse ich Euch natürlich nicht ohne das Rezept für dieses thailändische Gericht sitzen…

Pomelo-Garnelen-Salat {Yam Som Oh} – 4 Portionen

1 Pomelo

ca. 300 g Garnelen

2 kleine rote Schalotten

3 Frühlingszwiebeln

1-2 Vogelaugen-Chilies {wem die kleinen zu scharf sind, der greift am besten zu einer milderen roten Chilisorte}

2 EL Erdnussöl

1 EL süß-scharfe Chilisauce

2 EL Palmzuckersirup {oder auch ersatzweise 1 EL braunen Zucker}

3EL Reisweinessig

3 EL frisch gepressten Limettensaft

1 EL Fischsauce

3 EL geröstete, gehackte Erdnusskerne {ungesalzen}

frische Minze- & frische Korianderblätter

Die Pomelo schälen und die Frucht von den dicken, weißen Fasern befreien. Das kann ganz schön mühsam sein, offensichtlich mag die Pomelo nicht so gern gegessen werden. Dann die Segmente mit dem Fruchtfleisch auseinander ziehen und komplett von der festen Haut befreien, denn die ist ungenießbar. Das gelbe Fruchtfleisch mit der Hand in mundgerechte Stücke zerteilen und beiseite stellen.

Die Garnelen waschen und abtropfen. Die Schalotten in dünne Ringe schneiden. Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen kurz 5 Minuten anbraten, bis sie eine schöne, rote Farbe bekommen haben. Die Schalotten kurz mitbraten. Abkühlen lassen.

Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in Stücke schneiden. Die Chilis in feine Ringe schneiden. Wer es nicht ganz so scharf mag, der entfernt vorher die Kerne aus den Chilis. Aber bedenkt, die Schärfe pustet garantiert das Fernweh davon!

Für das Dressing den  Limettensaft, die Chilisauce, den Reisweinessig, den Palmzuckersirup und die Fischsauce in einer kleinen Schüssel zusammen mit den geschnittenen Chilis vermischen.

Die Pomelo-Stückchen, Garnelen, Schalotten, Frühlingszwiebeln, gebratene Schalotten und frisch gezupfte Blätter von Minze und Koriander vorsichtig in einer Schüssel mischen. Das Dressing erst kurz vor dem Servieren über den Salat träufeln, noch einmal vorsichtig vermischen und zum Garnieren mit gehackten Erdnüssen bestreuen.

Dieser  nordthailändische Salat wird eigentlich zu Klebreis serviert.  Ich bereite ihn aber auch gern mit etwas mehr Dressing zu und vermische ihn dann mit gegarten Glasnudeln.

Guten Appetit… ขอให้เจริญอาหาร! {kŏr hâi jà-rern aa-hăan!}

Nic Hildebrandt

Nic ist Bloggerin seit 2006. Sie liebt das Reisen und gutes Essen. Sie ist freiberufliche Textildesignerin, zwanghafte Selbermacherin und passionierte Fotoknipserin.

Blog www.luziapimpinella.blogspot.de 
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