17.03.2014

10 Tipps für iPhone-Nachtfotografie

17.03.2014

10 Tipps für iPhone-Nachtfotografie

Nachts zu fotografieren ist eine der größten Herausforderungen, der Sie sich mit dem iPhone stellen können. Obwohl das iPhone tagsüber gute Fotos macht, ist die Nacht-Fotografie aufgrund des kleinen Kamerasensors doch um einiges anspruchsvoller. Nichtsdestotrotz können Sie dennoch auch nachts tolle iPhone-Fotos machen, wenn Sie diese Tipps und Techniken zur Nacht-Fotografie mit dem iPhone befolgen.

1. Verstehen Sie Licht

In der Fotografie dreht sich alles um das Licht. Wenn Sie ein Foto machen, erfasst Ihr iPhone das Licht, das auf seinen Kamerasensor fällt, welches dann interpretiert und in ein Foto verwandelt wird. Sie brauchen immer zumindest ein bisschen Licht, um ein Foto zu machen. Wenn es kein Licht gibt, können Sie natürlich den Blitz benutzen, um Ihre Motive zu beleuchten, aber Nacht-Fotografie in völliger Dunkelheit ist nicht möglich.

Mit Nacht-Fotografie meinen wir also Fotografie bei sehr schlechten Belichtungsbedingungen, welche nachts auftreten können, wenn es wenig oder kein künstliches Licht gibt, oder auch tagsüber an sehr dunklen Orten.

Normalerweise stellen wir uns das Fotografieren als sofortigen Vorgang vor, aber in Wahrheit gibt es immer einen kurzen Zeitraum, in dem das Foto erfasst wird. Bei wenig Licht muss dieser Zeitraum länger sein, damit die gleiche Lichtmenge den Sensor Ihres iPhones erreichen kann.

Alle Bewegungen, die auftreten während die Blende offen ist, führen zu verwischten Fotos und das gilt sowohl für die Bewegung Ihrer Hände als auch für Bewegungen im Bildausschnitt. Aus diesem Grund werden Ihre Nachtfotos generell verwischter sein als Fotos, die Sie bei gutem Licht aufnehmen.

Alles, das Sie tun können, um entweder mehr Licht in die Szene zu bringen (Licht einschalten, Blitz benutzen) oder um die Bewegung des iPhones und Ihrer Motive zu reduzieren, führt also bei wenig Licht zu Bildern mit mehr Fokus.

 2. Suchen Sie beleuchtete Motive

Da Sie keine Fotos in der Dunkelheit machen können, ist das Suchen beleuchteter Motive ein guter erster Schritt in der Nacht-Fotografie. Von Gebäuden und Statuen bis hin zu Werbetafeln werden Sie überrascht sein, wie viele Dinge in den meisten städtischen Gegenden hell erleuchtet sind. Und was noch besser ist: Die Lichter der Stadt erstrahlen häufig in verschiedenen Farben und Sie können manchmal wirklich einzigartige Nachtansichten sehen, wie auf dem folgenden Foto mit langer Belichtung.

Wenn Sie beleuchtete Motive suchen, versuchen Sie, helle Lichter zu meiden, die direkt in die Kamera scheinen, wie das Licht in der oberen rechten Ecke dieses Fotos. Suchen Sie stattdessen Motive, die von solchen Lichtern erleuchtet werden.

 3. Belichten Sie die Glanzlichter

Die wichtigste Regel bei der Nacht-Fotografie ist es, immer die Glanzlichter zu belichten, diese sind die hellsten Bereiche des Fotos. In der nativen Kamera-App können Sie einfach auf die hellsten Teile des Viewfinder klicken, dieser wird dann den Fokus und die Belichtung für diesen Punkt festlegen. Sie können auch eine fortgeschrittenere Kamera-App wie Camera+ verwenden, um Fokus und Belichtung separat einzustellen (und festzustellen).

Die Belichtung der Glanzlichter hat zwei wichtige Konsequenzen – das Foto wird dunkler und schärfer. Das Gebäude auf dem Foto oben wäre normalerweise überbelichtet (völlig weiß), aber dies konnte ich vermeiden, indem ich die Glanzlichter belichtete, was das Bild dunkler machte. Der Kamerasensor braucht auch weniger Licht, wenn Sie die Glanzlichter belichten. Dies reduziert die Belichtungsgeschwindigkeit und die ISO-Sensibilität, was wiederum dem iPhone hilft, schärfere und weniger körnige Nachtfotos zu machen.

Denken Sie bei der Nacht-Fotografie immer daran, die Glanzlichter zu belichten.

4. Stabilisieren Sie Ihr iPhone

Wackeln der Kamera ist der häufigste Grund, aus dem Ihre Nachtfotos verwischen und Sie sollten alles Ihnen Mögliche tun, um Ihr iPhone ruhig zu halten, wenn Sie bei wenig Licht Fotos aufnehmen. Natürlich ist ein Stativ die beste Möglichkeit, Ihr iPhone zu stabilisieren, aber es gibt noch andere Dinge, die Sie tun können.

Zum Beispiel können Sie Ihre Hände auf einem Geländer abstützen, Ihr iPhone gegen einen Baum lehnen, Ihre Ellbogen an Ihrem Körper abstützen oder sogar Ihren Körper an eine Wand lehnen. Tun Sie alles, was Sie können, um Ihr iPhone stabil zu halten, dann werden Ihre Nachtfotos deutlich mehr Fokus haben.

5. Benutzen Sie Bildstabilisierung

Sie können Ihr iPhone nicht nur physisch stabilisieren, sondern auch Bildstabilisierung benutzen, die in Camera+ und anderen fortgeschrittenen Kamera-Apps verfügbar ist. Ihr iPhone hat verschiedene Sensoren, um auf Bewegungen zu reagieren. Wenn Sie ein Foto mit Bildstabilisierung machen, wird die Kamera-App die Bewegung Ihrer Hände erfassen und die Blende erst loslassen, wenn das iPhone relativ stabil ist.

Sie sollten keine Bildstabilisierung verwenden, wenn Ihre Motive sich bewegen, da es oft einige Sekunden dauert, bis Sie Ihre Hände ruhig genug halten, sodass die Blende losgelassen wird.

6. Machen Sie mehrere Fotos

Obwohl ich normalerweise nicht empfehle, mehrere identische Fotos zu machen, um sich die Mühe zu ersparen, diese später zu löschen, ist es in Situationen mit schlechter Beleuchtung definitiv eine gute Idee, mehrere Fotos zu machen. Selbst wenn sich das Licht und die Belichtung nicht ändern, werden einige Fotos von Natur aus schärfer als andere.

Ihre Hände sind nahezu nie völlig ruhig, aber bei einigen Fotos sind sie deutlich ruhiger als bei anderen. Ähnlich kann Ihr Motiv sich auf einigen Fotos leicht bewegen, auf anderen wiederum nicht. Wenn Sie also ein perfekt fokussiertes Foto bei wenig Licht möchten, sollten Sie dasselbe Foto drei bis fünfmal aufnehmen.

7. Machen Sie Fotos mit langer Belichtung

Fotografie mit langer Belichtung ist eines der witzigsten Dinge, die Sie mit Ihrem iPhone nachts machen können. Ich habe bereits ein Tutorial für Langbelichtungs-Fotografie bei Tag geschrieben und im Allgemeinen können dieselben Prinzipien auch bei der Nacht-Fotografie angewandt werden.

Anders bei Nacht ist, dass Sie Lichtstreifen erfassen können, was wirklich gut funktioniert, wenn Autos durch die Szene fahren. Dazu benötigen Sie ein Stativ und und die App Slow Shutter Cam. Wählen Sie in der App den Light Trail-Modus aus und stellen Sie die Belichtungslänge auf zwischen 4 und 15 Sekunden ein. Es lohnt sich immer, mit den verschiedenen Einstellungen in der Slow Shutter Cam zu experimentieren.

 8. Aktivieren Sie den Taschenlampen-Modus

Obwohl ich den integrierten Blitz im iPhone meist auslasse, kann dieser Ihre Nachtfotos enorm verbessern, wenn Ihre Motive nur wenige Meter von Ihnen entfernt sind. Manchmal werden Sie jedoch feststellen, dass es nahezu unmöglich ist, einen Bildausschnitt zu finden und ein Foto zu fokussieren, da der Viewfinder komplett dunkel bleibt.

Sie können dies lösen, indem Sie in Camera+ und einigen wenigen anderen Apps den Taschenlampen-Modus aktivieren. Diese Blitzeinstellung lässt den Blitz dauerhaft an, sodass Sie genau sehen können, wie das Foto aussehen wird, bevor Sie den Auslöser drücken – so wird es viel leichter, für Nachtfotos einen guten Bildausschnitt zu finden und diese zu fokussieren.

9. Verwenden Sie eine externe Lichtquelle

Der Hauptnachteil der Blitzbenutzung ist, dass das Licht aus derselben Richtung kommt wie die Linse, darum sehen Ihre mit Blitz aufgenommenen Fotos meist eindimensional und langweilig aus. Was Sie stattdessen tun können, ist eine externe Lichtquelle verwenden, die nicht aus derselben Richtung kommt wie Ihre Linse.

Auf diesem Nachtfoto kommt das gesamte Licht von Klyp – LED-Licht, welches eingesetzt wurde, um die Szene von der rechten Seite zu beleuchten. Obwohl es auch möglich ist, das LED-Licht direkt an Ihrem iPhone anzubringen, gelingen Ihnen interessantere Fotos, wenn Sie dieses in der Hand halten oder auf einem separaten Stativ anbringen.

10. Konvertieren Sie Ihre Fotos in schwarz-weiß

Licht ist oft die maßgebliche Eigenschaft von Nachtfotos und Schwarz-Weiß-Fotografie ist perfekt, um konstrastierende Helligkeiten hervorzuheben. Aus diesem Grund bearbeite ich meine Nachtfotos häufig in schwarz-weiß und für die Konvertierung in schwarz-weiß nutze ich meist Snapseed oder VSCO Cam.

Körnigkeit ist ein weiterer Grund, Ihre Nachtfotos in schwarz-weiß zu konvertieren. Es wird unvermeidlich sein, dass Ihre Nachtfotos ein wenig körnig sind und während Körnigkeit in Farbe schlecht aussieht, verleiht es Ihren Schwarz-Weiß-Fotos mehr Authentizität.

Fazit

Es ist nicht nur möglich, mit dem iPhone Nacht-Fotografie zu machen, sondern es kann sich wirklich lohnen – trotz aller Herausforderungen und Beschränkungen. Obwohl Ihr iPhone bei Tageslicht Fotos mit mehr Fokus macht, können Sie mit etwas Kreativität und Geduld auch nachts tolle Fotos mit dem iPhone aufnehmen.

Emil Pakarklis

Emil Pakarklis ist der Gründer von iPhonePhotographySchool.com, einer Webseite über besseres Fotografieren mit dem iPhone. Wenn Sie Ihre iPhone-Fotografie verbessern wollen, sehen Sie sich iPhoneography 101 an, eine Quelle, die Emil für alle erschaffen hat, die in die iPhoneography einsteigen wollen.

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