01.06.2016

Die Vielfalt der Fotografie – Ein Überblick über die wichtigsten Genres

01.06.2016

Die Vielfalt der Fotografie – Ein Überblick über die wichtigsten Genres

Dass Fotografie nicht gleich Fotografie ist wird jedem, der sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt relativ schnell auffallen. Fotografie ist eine ziemlich vielfältige Thematik und lässt sich in viele einzelne Genres unterteilen. Die wichtigsten davon werde ich im folgenden Artikel genauer erläutern und euch im Zuge dessen einige Tipps für bessere Bilder mit auf den Weg geben.

Architekturfotografie

Bei der Architekturfotografie geht es, wie der Name schon sagt, um das Fotografieren von Gebäuden und Bauwerken. Meist finden diese Aufnahmen von außen statt, doch auch Bilder in Gebäuden bieten sich für dieses Genre an (eine Bekannte Location ist z.B. die häufig fotografierte Stadtbibliothek am Mailänder Platz in Stuttgart). Die Motive sind dabei häufig architektonische Details wie die Ecken oder Ornamente am Objekt. Das Ziel liegt darin, ein möglichst symmetrisches Bild zu erhalten. Um Bauwerke in ihrer kompletten Höhe oder Breite aufs Bild zu bekommen empfiehlt sich die Nutzung eines Weitwinkels Objektivs (Der Brennweitenbereich sollte zwischen 8 und 16mm liegen.). Wird zudem ein ND-Filter eingesetzt, lassen sich Menschen an gut besuchten Orten einfach ausblenden und die Wolken weisen Bewegungsunschärfe auf. Zudem ist ein Stativ  essentiell notwendig, um das Bild optimal ausrichten zu können und somit stürzende Linien zu vermeiden.

Lost Place Fotografie

Die Lost Place Fotografie, auch Urban Exploration genannt, ist im Grunde eine Abwandlung der Architekturfotografie, die sich auf verfallenen Gebäude spezialisiert. Lost Places bieten eine Vielfalt von Motiven und eignen sich sowohl für  Architekturaufnahmen, Makros, Porträts und als Kulisse für Kurzfilme. Aufgrund der oftmals düsteren Lichtverhältnisse empfiehlt sich die Nutzung eines Stativs und einer fokussierbare Taschenlampe zum kreativen Ausleuchten der Szenerie. Gegebenenfalls bietet sich auch die Anwendung des HDR Verfahrens an.

Lost Place

Landschaftsfotografie

Das Ziel der Landschaftsfotografie liegt darin die Natur in ihrer schönsten Form abzulichten. Dementsprechend handelt es sich hierbei um eine Unterkategorie der Naturfotografie. Da hierfür meist große Ausschnitte genutzt werden, liegt der Optimale Brennweitenbereich zwischen 10 und 120mm. Zudem sollte für eine absolut gerade Ausrichtung ein Stativ verwendet werden (Ich verwende ein Manfrotto Compact Light und ein Manfrotto Pixi Evo). Für einen möglichst breiten Schärfebereich solltet ihr eine möglichst geschlossene Blende ab f/11 aufwärts wählen. Gerade in der Natur bietet sich die Nutzung von Filtern an. Grauverlaufsfilter sorgen beispielsweise dafür, dass der Himmel bei der Aufnahme abgedunkelt wird. Ihr erhaltet somit ein durchgehend richtig belichtetes Bild ohne überbelichtete Partien. Wollt ihr Reflexionen von Wasseroberflächen reduzieren ist ein Polfilter (auch CPL-Filter genannt) die richtige Wahl. Zur Darstellung von Bewegung (wie im folgenden Bild), beziehungsweise Langzeitbelichtungen bei Tag, bietet sich ein ND-Filter an.

Landschaft

Wildlife-Fotografie

Wildlife-Fotografie ist neudeutsch für Wildtierfotografie und somit ebenfalls eine Unterkategorie der Naturfotografie. Beliebte Motive sind hierbei die legendären Eisvögel, Füchse, Rehe und diverse heimische Greifvögel. Bei der Wahl von Kamera und Objektiv ist zu beachten, dass Wildtiere sehr scheu und ziemlich flink sind. Somit werdet ihr in der Regel nicht wirklich nah an sie herankommen. Deshalb ist es wichtig dass eure Kamera eine schnelle Serienbildrate und gute ISO-Performance für eine möglichst kurze Belichtungszeit bietet. Das Objektiv sollte ein langes, Lichtstarkes Telezoom (ab 200mm Brennweite aufwärts) sein. Kommt ihr nun immer noch nicht nah genug an euer Motiv heran, gibt es noch die Möglichkeit Telekonverter, welche die Brennweite eures Objektives nochmals erhöhen, zwischen Objektiv und Kamera zu schrauben. Zudem ist ein schneller, treffgenauer Autofokus empfehlenswert, jedoch kein Muss. Mit ein wenig Übung ist auch schnelles manuelles Fokussieren möglich. Optimale Orte zur Wildlife-Fotografie befinden sich draußen in der Natur. Ein optimales Ziel in Deutschland ist der Nationalpark Eifel. Zum üben reicht jedoch zunächst auch der nächste Tierpark.

Makrofotografie

Die Makrofotografie ist ein weiter Unterpunkt der Naturfotografie. Sie bietet hauptsächlich ungewöhnliche Ansichten von stark vergrößerten Pflanzen und Insekten. Um so nah wie möglich an euer Motiv heranzukommen benötigt ihr entweder ein spezielles Makro-Objektiv mit besonders kurzer Naheinstellgrenze oder sogenannte Zwischenringe, welche dem Abstand des Objektivs zum Sensor erhöhen und somit die Naheinstellgrenze reduzieren. Um das Motiv so gut wie möglich freistellen zu können und die Belichtungszeit möglichst kurz zu halten solltet ihr möglichst offenblendig fotografieren. Zudem solltet ihr manuell fokussieren, da ihr so mit der Unschärfe spielen könnt. Wichtig für die Aufnahme von Makros ist weiches Licht. Daher solltet ihr entweder nachmittags fotografieren oder eine Makroringleuchte nutzen.

Makro

Porträtfotografie

Porträtfotografie ist grob gesagt die Darstellung von Personen. Das Thema ist allerdings zu komplex, um es komplett zu behandeln. Die meisten Porträts zeigen nur das Gesicht oder den Oberkörper des Modells. Ihr solltet nicht davor zurückschrecken auch mal unkonventionelle Perspektiven auszuprobieren. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise wirkt das Bild interessanter, wenn die fotografierte Person nicht direkt in die die Kamera, sondern in die Ferne Blickt.  Ein gutes Porträt zeichnet sich durch eine optimale Freistellung des Modells aus (die Person hebt sich klar vom unscharfen Hintergrund ab). Um diesen Effekt zu erzielen sollte eine lichtstarke Festbrennweite (z.B. das Canon EF 50mm f/1.8) oder ein Telezoom (Brennweitenbereich ca. 70 bis 210mm) eingesetzt werden. Um das Gesicht des Modells heller als den Hintergrund zu belichten empfiehlt sich die Nutzung eines Aufsteckblitzes (auch Porty genannt).

Portrait

Street-Fotografie

Das Ziel von Street-Fotografen ist es Alltagsszenen auf der Straße möglichst authentisch einzufangen. Kurz gesagt: Sie wollen einen Schnappschuss mit Aussage erzeugen. Bei diesem Genre der Fotografie gibt es eigentlich nicht allzu viel zu beachten. Als Objektiv empfiehlt sich etwas im kurzen Telebereich (ca. 100mm) oder eine Festbrennweite. Wenn ihr eure Bilder veröffentlichen wollt ist es wichtig, dass ihr euch eine Genehmigung einholt, falls einzelne Personen besonders aus dem Bild hervortreten.

Nachtfotografie

Bei der Nachtfotografie werden in der Regel Langzeitbelichtungen gemacht, was ein Stativ zwingend notwendig macht. Desweiteren solltet ihr zunächst überprüfen, dass die automatische Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtungen im Menü eurer Kamera deaktiviert ist, da euer Bild ansonsten stark weichgezeichnet wird. Außerdem solltet ihr die Spiegelvorauslösung aktivieren, damit der Spiegel der Kamera, falls es eine DSLR ist, bereits kurz vor der Aufnahme nach oben klappt, um das Bild nicht zu verwackeln. Ansonsten sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Beleuchtete Bauwerke bieten nachts ein besonders schönes Motiv, doch auch Light Painting, also das Malen mit dem Licht einer Taschenlampe, bietet sich an.

Nacht

Astro-Fotografie

Die Astro-Fotografie ist eine Kunst für sich und in der Umsetzung ziemlich aufwendig. Hierbei wird zwischen Deep-Sky- und Widefield-Astro-Fotografie unterschieden. Bei der Deep-Sky-Astro-Fotografie werden Galaxien, Nebel und sogenannte Sternenhaufen fotografiert. Dies setzt ein langes Telezoom voraus. Die Widefield-Astro-Fotografie beschäftigt sich indessen mit dem Fotografieren der Milchstraße und des Sternenhimmels. Hierbei wird in der Regel eine kurze Brennweite verwendet. Für die Aufnahme der Bilder gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen wäre da das Stacking, bei dem eine hohe Anzahl von Bildern mit exakt denselben Belichtungseinstellungen mithilfe eines speziellen Computerprogramms verrechnet werden. Hierdurch verringert sich das vorher starke ISO-Rauschen und es entsteht eine Bilddatei, welches mehr Bildinformationen als die Ausgangsbilder enthält. Bei der Aufnahme der Einzelbilder ist zu beachten, dass die Erdrotation zu einer maximalen Belichtungszeit von 500/Brennweite in mm*Cropfaktor des Sensors führt, da die Sterne ansonsten eine Lichtspur erzeugen. Die andere Möglichkeit ist die Nutzung spezieller Hardware zur Nachführung. Diese gleicht die Erdrotation aus und ermöglicht somit längere Belichtungszeiten. Das wichtigste bei beiden Aufnahmetechniken ist jedoch, dass der Himmel wolkenfrei und dunkel, also frei von Lichtverschmutzung ist. Dies lässt sich mithilfe von Onlinekarten prüfen.

Empfohlene Produkte

Manfrotto Pixi Evo

Manfrotto Compact Light

Niclas Sroka

Seit anfang 2012 ist Niclas Sroka nun schon in der Urban Exploration Szene unterwegs. Auf seinen Streifzügen durch verlassene Häuser, verfallene Schlösser, marode Fabrikruinen und stillgelegte militärische Anlagen ist er stets auf der Jagd nach dem perfekten Bild. Besuchen Sie seine Website und folgen Sie ihm auf eine Reise in die Vergangenheit.

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