12.01.2018

NAMIBIA: EIN PARADIES FÜR FOTOGRAFEN

written by:
Andreas Arnold

12.01.2018

NAMIBIA: EIN PARADIES FÜR FOTOGRAFEN

Namibia ist ein Land mit einzigartigen und wunderschönen Landschaften und einer faszinierenden Tierwelt. Fast überall im Land gibt es tolle Motive, die jedem Fotografen das Herz höher schlagen lassen. Wir fotografieren sehr gerne, sind dabei dabei aber wirklich keine Technikfreaks. Dennoch können wir ein paar hilfreiche Tipps geben, die man beachten sollte, damit es in Namibia mit dem Fotografieren auch klappt. Zudem stellen wir kurz unsere Ausrüstung vor, da wir öfters danach gefragt werden.

UNSERE KAMERAS UND OBJEKTIVE

In Namibia hatten wir drei Kameras dabei, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Unsere absolute Lieblingskamera und bei uns bei Ausflügen und auf Reisen immer mit dabei ist die OM-D E-M10 von Olympus. Die Systemkamera ist klein, leicht und handlich und nimmt entsprechend wenig Platz in Anspruch, was beim Reisen mit Kindern sehr wichtig sein kann. Sie liegt sehr gut in der Hand, fühlt sich dank der Metalloberfläche sehr wertig an und sieht im Retro-Look auch noch ziemlich schick aus. Und ganz nebenbei macht sie hervorragende Bilder. Ganz gleich, ob wir einen schnellen Schnappschuss aufnehmen oder ein wenig mit den vielen Einstellungen herumprobieren wollen, die Ergebnisse lassen sich immer sehen und können mit einer DSLR-Kamera gut mithalten.

Mittlerweile gibt es das Nachfolgemodel, die OM-D E-M10 Mark II, die ebenfalls eine Menge technischer Details bietet. Durch die grafische Benutzeroberfläche ist sie leicht und intuitiv bedienbar, hat unter anderem eine Touchscreen-Steuerung, ein klappbares Display, einen sehr guten Verwackelungsschutz dank eines 5-Achsen Bildstabilisators und einen schnellen Autofokus. Toll ist auch die 4K-Video-Funktion, mit der man durchweg gute Videos erstellen kann.

Neben dem guten Standardobjektiv haben wir uns vor einiger Zeit noch das kleine und leichte Zoom-Objektiv Olympus Zuiko Digital ED 40-150 f4,0-5,6 R angeschafft, mit dem wir ganz gute Tieraufnahmen erstellen können.

Schakal, fotografiert mit der Olympus OM-D E-M10 und dem Olympus Zuiko Digital ED 40-150

Wenn es für uns nun schon einmal nach Namibia geht und wir dort auf diese fantastische afrikanische Tierwelt treffen, dann wollen wir nichts dem Zufall überlassen. Und da muss es schon eine möglichst gute Fotoausrüstung und idealweise ein richtig gutes Teleobjektiv sein. Da wir solch ein Objektiv im Alltag aber so gut wie gar nicht gebrauchen und auch nicht gerade mal um die 2.000 Euro ausgeben wollen, ist guter Rat teuer.

Zum Glück entdecke ich ZoomyRentals.de, einen Online-Anbieter, bei dem man sich seine komplette Fotoausrüstung mieten kann. Das ist super praktisch und auch gar nicht so teuer. Auf der Website entdecke ich das Supertele Canon EF 100-400mm, das ich uns für die zweiwöchige Namibiareise reserviere. Die Kosten liegen bei knapp 180 € inklusive Versicherung und Versand.

Am Tag vor unserer Reise wird es mir pünktlich zugestellt. Auch der Rückversand ist bereits geregelt. Nach der Reise verpacke ich das Objektiv wieder in die Versandverpackung, fülle den Lieferzettel aus und klebe diesen auf. Das Paket wird am ausgemachten Tag abgeholt, ich muss noch nicht mal zur Post laufen. Das ist super praktisch und wir haben ein richtig gutes Objektiv für unsere Safaris in Namibia.

Nun sind wir stolze Kurzzeitbesitzer dieses tollen Teleobjektivs und nehmen dafür eigens eine DSLR-Kamera mit. Dies ist die Canon EOS 700D, mit der wir schon viele gute Fotos gemacht haben, die jedoch aufgrund der Größe (und der Zufriedenheit mit der Olympus OM-D E-M10) auf den letzten Reisen zu Hause gelassen haben.

Für Videoaufnahmen habe ich zusätzlich die Panasonic Lumix DC-GH5 im Gepäck, die ich erst kurz vor der Reise angeschafft habe. Sie ist eine solide Fotokamera, die ich allerdings fast ausschließlich für Filmaufnahmen benutze, auf unseren Reisen, aber auch für berufliche Projekte wie Imagefilme oder Werbespots. Der Videomodus (10bit 4:2:2 intern und 60p in 4K) ist unheimlich leistungsfähig und ermöglicht sehr gute Aufnahmen.

Das Teleobjektiv holt die Zebras nah ran
Auf Fotosafari
Springbock

KAMERARUCKSACK VON MANFROTTO

Bei der Auswahl eines Kamerarucksackes steht wie bei der Kamera selber die Praktikabilität im Vordergrund. Wenn wir mit unseren Jungs auf Reisen sind, dann kann ich es mir nicht erlauben, nur die Kameraausrüstung auf dem Rücken geschnallt zu haben. Denn nebenbei muss ja auch noch ausreichend Proviant, Unterhaltung in Form von Spielen, Malzeugs etc. oder so hilfreiche Dinge wie Pflaster oder Taschenmesser transportiert werden. Daher ist für mich der Street DSLR Rucksack von Manfrotto genau die richtige Lösung. Eigentlich ist der Rucksack für eine DSLR/CSC-Kamera mit angesetztem Objektiv, zwei weiteren Objektiven und Zubehör konzipiert. In meinem Fall kann ich das herausnehmbare Kamerafach mit den auswechselbaren Trennwänden so einteilen, dass alle drei erwähnten Kameras problemlos nebeneinander passen. Es kann aber auch eine faltbahre Drohne wie die DJI Mavic verstaut werden.

Im oberen Teil des Rucksacks befindet sich ein größeres Multifunktionsfach, in das ich kleine Wasserflaschen, Snacks und das sonstige, kleinere Gepäck für unterwegs packen kann. An den Seiten bieten Reißverschlusstaschen sichere Unterbringung für Zubehör, Handy oder Schlüssel und ein Stativ kann ich bequem mit Hilfe von Laschen befestigen. Und falls noch mein 15″ Macbook mit auf die Reise gehen muss, gibt es auch hierfür im hinteren Bereich das passende Fach.

Praktische Kamerafächer
Hier passt einiges rein

Manfrotto war mir eigentlich immer noch als Hersteller besonders guter Stative ein Begriff. Dass die italienische Firma auch sehr schicke Kamerataschen herstellt war mir neu. Die Street Kollektion sieht auf den ersten Blick gar nicht wie eine klassische Fotografen-Tasche aus, denn die Materialien wie Jeansstoff, Wildleder und hochwertiges Polyester lassen sie eher wie einen stylischen Rucksack aussehen. Und bequem ist er durch eine angenehme Rückenpolsterung und verstellbare Gurte auch.

Unterwegs mit dem Kamerarucksack in Namibia

SICHERHEIT

In Namibia herrscht eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Daher kann er durchaus zu Überfällen oder Autoeinbrüchen kommen. Zum Glück sind wir von solchen Erfahrungen verschont geblieben, wir haben uns aber an die üblichen Regeln gehalten. Ob es daran gelegen hat, wer weiß das schon. Grundsätzlich sollte man gerade in den Städten seine teure Kameraausrüstung nicht zu Schau stellen und diese eher dezent bei sich tragen. Da kommt es uns zu Gute, dass der Kamerarucksack von Manfrotto nicht unbedingt wie eine Kameratasche sondern eher wie ein normaler Tagesrucksack aussieht. Ebenso sollte man Kameras und generell auch sonstige Wertgegenstände nie im Auto liegen lassen. Es kann ganz schnell gehen und ehe man sich versieht ist man sein komplettes Equipment los.

STAUBSCHUTZ

Ein Staubschutz für Kameras ist in Namibia sehr wichtig. Wenn man im Sossusvlei oder in der Savanne unterwegs ist, dann muss man penibel auf die Kamera achten und sie vor Staub und Sand schützen. Sonst hat sich das Thema Fotografieren schneller erledigt, als einem lieb ist. In unserem Kamerarucksack waren die Kameras gut geschützt, an besonders sandigen und windigen Orten habe ich die Kamera nur kurz für das Foto rausgeholt und danach direkt wieder eingepackt. Man kann die Kameras aber sicherheitshalber noch in ein Tuch einwickeln oder in eine Plastiktüte legen. Ich hatte zudem noch ein Reinigungsset mit Pinsel, Blasebalg und Mikrofasertuch dabei.

MENSCHEN FOTOGRAFIEREN

In der Regel kommt man in Namibia eher selten in das Vergnügen, Menschen zu fotografieren. Hier stehen ganz klar die Natur und die einzigartige Tierwelt im Fokus. Wenn man in den Städten Menschen fotografieren will, dann sollte man diese vorher fragen, wie eigentlich überall auf der Welt.

Wir waren einmal in einem Himba-Dorf. Himba ist ein nomadisches Volk, das im Norden Namibias lebt. Obwohl das Dorf eher zur Show für Touristen aufgebaut war, sollte man auch hier die Menschen vorher um ihr Einverständnis bitten, bevor man sie fotografiert. Sie waren alle sehr interessiert und wollten anschließend die Fotos auf der Kamera anschauen.

Himba Dame
Fotografieren im Himba Dorf

FOTOGRAFIEREN UND FILMEN MIT DROHNEN IN NAMIBIA

Es hätte so schön sein können. Ich hatte schon die grandiosen Bilder vor meinem geistigen Auge, die ich mit meiner Drohne in Namibia aufnehmen wollte. Wunderbare Kamerafahrten über die wunderbare Natur. Ich besitze die DJI Phantom 4 und spielte mit dem Gedanken, extra für die Namibiareise aufzurüsten und in die DJI Mavic Pro zu investieren.

Die Gesetze in Namibia waren eigentlich recht locker. Lediglich in den Nationalparks und vor allem im Etosha Nationalpark ist es untersagt, Drohnen fliegen zu lassen. Das kann man in Bezug auf den Etosha nachvollziehen, da es immer wieder Probleme mit Wilderern gibt, die die Tiere mit Hilfe von Drohnen aufspüren. So wird man auch am Eingang konkret auf Drohnen angesprochen und unter Umständen auch durchsucht. Aber auch im Sossusvlei kann man das Verbot mittlerweile verstehen. Wenn von den ganzen Touristen, die täglich hier zu den Stoßzeiten aufkreuzen, nur ein Bruchteil eine Drohne im Gepäck hätte, dann würde ein ordentlicher beziehungsweise super nerviger Flugverkehr herrschen.

Mein Plan war es, die Drohne in den einsamen Landschaften steigen zu lassen, dort, wo nichts los ist und wir ganz alleine sind. Aber da hat mir die namibianische Regierung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mitte 2017 wurde die Nutzung von Drohnen im Land gesetzlich stark reglementiert. Kurz und knapp: Ohne eine Genehmigung darf man in Namibia keine Drohnen mehr fliegen lassen, weder für private noch für kommerzielle Zwecke. Na super…

Aufgeben gibt es nicht – zunächst jedenfalls. Ich wende mich an die Namibia Civil Aviation Authority, bei der ich mir die Unterlagen für die Genehmigung besorge und gehe den offiziellen Weg. Als ich beginne, das fünfseitige Formular auszufüllen, fange ich ganz langsam an zu zweifeln. Spätestens als ich genaue Angaben zu meinen geplanten Flügen machen soll (u.a. Datum, Uhrzeit, Flughöhe und Geschwindigkeit, genaue Koordinaten von Start- und Landepunkt), gebe ich auf. Ich habe doch vor der Reise keine Ahnung, wo ich wann und wie die Drohne steigen lassen werde. Auf meine Nachfrage, ob diese genauen Angaben wirklich sein müssen und dem Hinweis, dass ich als privater Nutzer diese vor der Reise noch nicht machen kann, erhalte ich keine Antwort mehr. Das Endergebnis ist, dass die Drohne brav zu Hause bleibt und ich schweren Herzens auf Luftaufnahmen verzichte. Bleiben mir nur die schönen Videos, die man auf YouTube finden kann, von all den Glücklichen, die vor Mai 2017 mit ihrer Drohne nach Namibia gereist sind.

 

Andreas Arnold

Deutschland

Andreas ist gelernter Grafik-Designer und leitet eine Kommunikationsagentur. Zusammen mit seiner Famillie wurde der Reiseblog Travelisto ins Leben gerufen. “Auf unserem Reiseblog Travelisto berichten wir hauptsächlich über unsere Reisen mit Kindern durch die ganze Welt, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos und Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.”

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