09.02.2018

Licht auf dem See

written by:
Philip Thurston

09.02.2018

Licht auf dem See

Ein Artikel von Manfrotto-Botschafter Philip Thurston.

Australien ist groß. Wirklich groß. Wenn Sie sich Australien vorstellen, taucht vor Ihrem inneren Auge sofort ein unverkennbares Bild auf: rote Erde, blaues Meer und ein paar umher springende Kängurus, doch in Wahrheit ist die Geografie Australiens unglaublich vielseitig.

Wir Fotografen reisen weit in die Ferne, beflügelt von einer Vision, einer Geschichte, oder in der heutigen Zeit: von einer Erkundungstour auf Google Earth! Doch als wir an diesem See inmitten des New South Wales Australian Outbacks ankamen, konnten weder Recherchen noch Gerüchte dem atemberaubenden Anblick gerecht werden, der sich uns bot.

Nachdem wir einen ganzen Tag lang gefahren waren, parkten wir unseren klimatisierten Land Rover am Ende einer Geländestrecke, die uns auf eine Anhöhe führte. Von dort genossen wir die Aussicht auf den See, den wir uns schon so lange ausgemalt und erträumt hatten. Gespannt öffnete ich die Tür und prompt schlug mir eine wahre Hitzewelle entgegen. Durch das trockene, staubige Klima, für welches das australische Outback so bekannt ist, war die gefühlte Temperatur noch höher als 40 Grad. Ich ging an den Rand der Anhöhe und erhaschte meinen ersten Blick auf die Menindee Lakes, in denen sich die Natur wirklich in ihrer ganzen Pracht zeigt. Vor uns lag ein riesiger See, sein Wasser war milchig-blau vor Schlamm und sein Ufer säumte hier und da ein Wald voller abgestorbener Bäume. Es wirkte wie ein überschwemmter Friedhof eines einst sehr großen Waldes. Doch so leblos die Szene auch war, lag trotzdem eine unglaubliche Atmosphäre und Aura über ihr. Tatsächlich wurde der See von Menschenhand angelegt und dient als Wasserzufuhr für den Darling River, aber mir fiel es schwer, eine Erklärung zu finden, warum die Bäume so aussahen und an dieser Stelle wuchsen.

Am Abend wollten wir am See zelten und die dunstigen Wolken, die am Horizont des endlosen blauen Himmels wirbelten, ließen erahnen, dass sich uns bei Sonnenuntergang ein besonderes Lichtschauspiel bieten würden. Um mich auf meine hoffnungsvolle Wettervorhersage vorzubereiten, streifte ich mir meinen

Manfrotto Bumblebee Backpack
über, schnappte mir mein

Manfrotto 190go
Carbon-Fotostativ und watete durch das schlammige Wasser, um diesen neuen Ort zu erkunden. Ich konnte nur wenige Zentimeter weit ins Wasser sehen und meine Gedanken überschlugen sich mit Fragen wie ‘Was zur Hölle verbirgt sich wohl in diesem Wasser?’ und ‘Ist es sicher hier?’, doch meine Angst vor dem Unbekannten konnte meine Faszination für diese Umgebung kaum trüben. Eher langsam bewegte ich mich durch das Wasser, stolperte immer wieder über Stämme und Bäume, die direkt unter der Oberfläche verborgen lagen. So mischte sich in meine Suche nach den besten Winkeln und Bildaufbauten ein wenig Frust.

Als ich diesen Ort fotografieren wollte, war ich anfangs überwältigt und wusste nicht, wohin ich meine Kamera richten sollte, doch nachdem ich einige Zeit hier war, wurde mir klar, dass jeder Baum seinen ganz eigenen Charakter hatte, wie eine Gemeinschaft aus Baumwesen, einige waren interessanter als die anderen, doch sie alle waren auf bemerkenswerte Weise einzigartig. Folglich begann ich, die Bäume zu isolieren, die mir am stärksten ins Auge fielen, und setzte Winkel ein, durch die sie sich von den anderen abhoben. Es war eine echte Herausforderung, aber ich war die Ruhe selbst mit meiner Kamera in der Hand, so konnte ich die Herausforderung zugleich genießen.

Als die Sonne langsam unterging, erstrahlte der Himmel bernsteinfarben und orange, die Hitze ließ nach und meine Vorfreude wuchs. Vor allem die Landschaftsfotografie hat den Haken, dass man Tausende Kilometer weit reisen kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, die Natur aber trotzdem macht, was sie will und unsere Reisepläne und Mühen völlig ignoriert. Wir können nichts als hoffen, dass die Natur sich in all der Schönheit zeigt, die ihr innewohnt. Das kann stressig sein, aber ich habe inzwischen gelernt, mich darauf einzulassen. Schließlich können wir das Blatt nicht ändern, das die Natur uns zuspielt. Doch an diesem Tag war sie uns wohlgesinnt, der Himmel barst förmlich in einem glühenden Spektrum goldener Farben und wirbelnder Wolkenmuster, die sich in der milchigen Oberfläche des Sees spiegelten. Ein Bild voller Kontraste inmitten eines glutroten Kreises. Da ich das Gebiet bereits ausgekundschaftet und mich mit einigen besonderen Bäumen vertraut gemacht hatte, war ich etwas koordinierter in meinem Rausch, “das Licht optimal zu nutzen”. Als das perfekte Licht schließlich kam, hielt ich zwei Stative und Kamera-Setups gleichzeitig bereit, und während die Blende offen war, blieben mir nur 25-30 Sekunden lange Intervalle, um die Szene, die sich mir bot, andächtig zu betrachten!

Am nächsten Morgen war das Licht ein ganz anderes und der klare blaue Himmel bot uns eine weitere Gelegenheit, diese einzigartige Landschaft zu fotografieren. Um diese Fotos aufzunehmen verwendete ich das

Manfrotto 190go Carbon-Fotostativ mit Kugelkop
f. Zudem hatte ich das

Manfrotto Befree Advanced
als zweites Stativ für meine Canon 5D Mark IV und mein 16-35-mm-Objektiv dabei. Zusätzlich verwende ich das

Manfrotto Xume Filtersystem
, mit dem sich der Filter unglaublich effizient wechseln lässt, vor allem in Szenarien, in denen sich die Lichtverhältnisse drastisch ändern. Meine Favoriten sind die Filter

Manfrotto ND64
und

ND500
. Mit ihnen sehen meine fertigen Fotos seidig-weich aus.

Philip Thurston

Australier

Philips Leidenschaft für die Fotografie hat sich aus dem Leben am Meer und seinem abenteuerlichen Geist entwickelt. “Mein Ziel bei Thurston Photo ist es, Bilder und Geschichten zu schaffen, die positives Denken provozieren und Menschen dazu inspirieren, das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Indem ich von meinen eigenen Erfahrungen lerne, spende ich Energie, um andere zu inspirieren, ein bedeutungsvolles Leben zu führen und um Träume, Möglichkeiten und Ziele zu erreichen, die es wert sind, von ganzem Herzen verfolgt zu werden. Ich verbringe gerne viele Stunden direkt auf dem Meer oder stürze mich spontan in die Wildnis, in der Hoffnung, diese wunderschöne Welt auf eine neue und aufregende Weise zu entdecken und zu erleben. ”

Lese mehr über Thurston Photo bei www.thurstonphoto.com/pages/about

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