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06.03.2018

Lerne, wie dir umwerfende Motorradfotografie gelingt

06.03.2018

Lerne, wie dir umwerfende Motorradfotografie gelingt

Die Energie, Emotion, Atmosphäre und Aufregung einer Live-Performance einzufangen ist seit Langem das erklärte Ziel so manches Fotografen. Den turbulenten Lebenswandel von Rock- und Popstars auf und hinter der Bühne dokumentieren Konzertfotografen schon authentisch, seit Stratocaster und Blenden zeitgleich existieren.

Als die Sorte Mensch, die gern an allem rum bastelt, das einen inneren Verbrennungsmotor hat, war ich schon immer darauf aus, meine Leidenschaft für Fotografie und exotische Transportmittel auf interessante und profitable Weise zu vereinen. Bedauerlicherweise verprasse ich meist einen Großteil meines Einkommens für die nie endende Beschaffung schneller Objektive und ansehnlicher Gehäuse, statt für ihr automobiles Gegenstück, mein eigener fahrbarer Untersatz ist daher zwar finanziell und ästhetisch wertvoll, rechtfertigt aber keine Form der fotografischen Verewigung. Darum kann ich mich glücklich schätzen, an einigen wirklich witzigen Shootings mitgewirkt zu haben, deren Motive definitiv der Verewigung würdig sind.

Lernen Sie, umwerfende Motorradfotos zu machen - Lewis Harrison-Pinder

Nichs als ein Mann, die schottische Wildnis und ein großes böses Motorrad. Das war zumindest der Plan, wie du eindeutig siehst, hänge ich mit meiner Kamera fest im Griff vom Sitz.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 17-40 mm f/4L USM / 14 mm f/14 1/60 s ISO 100

Dies war ein schlichter Road Trip. Nur zwei Jungs, ein Motorrad und die offene Straße. Wie Easy Rider, aber kuschliger. In diesem Fall ein 500-Meilen-Trip über die Serpentinenstraßen in Schottlands Cairngorms-Nationalpark, meine Wenigkeit als Sozius (das ist Biker-Sprache für den Beifahrersitz), mit dem erfahrenen Biker Leon Poultney vom Flat Out Magazine auf dem Fahrersitz. Gut, dass der der Fahrer meines Vertrauens den Lenker fest im Griff hatte, so musste ich mich nicht um das Lenken dieses Ungetüms kümmern. Diese Harley wiegt nämlich ungefähr so viel wie der Fiat 500 deiner Mutter und ich habe nur einen Motorradführerschein auf Teenager-Niveau.

Aber das ist schon okay, so habe ich beide Hände für meine Pflichten als Fotograf frei. Im Auftrag wurde um eine breite Auswahl an Aufnahmen im Stil von Artikelbildern gebeten. Der Fokus sollte vor allem auf einer Solofahrt durch die abgeschiedene und wunderschöne Landschaft Schottlands liegen. Betont werden sollte, wie umwerfend das Motorrad aussieht und dass die Reise aufregend, aber trotzdem machbar ist, verpackt in einer überzeugenden Erzählung. Um sicherzugehen, dass ich die Bilder bekomme, die ich brauchte, damit der Kunde mich wieder buchen würde, setzte ich mir das Ziel, die üblichen energiegeladenen Straßenaufnahmen und ansprechenden statischen Bildkompositionen mit einem etwas anderen Einschlag aufzupeppen.

Lernen Sie, umwerfende Motorradfotos zu machen - Lewis Harrison-Pinder

Der Star der Show, fast eine Tonne weißes, warmes amerikanisches Metall. Dank der hilfreichen Rückenlehne gelangen mir ein paar Action-Aufnahmen, während wir durch die Cairngorms cruisten.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 140 mm f/2.8 1/500 s ISO 100

Die Harley ist hier der Star. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, dass ich eine gute Auswahl an Fotos hatte, die die Street Glide in ihrer ganzen Pracht zeigen. Unser Artikel richtet sich schließlich an eingefleischte Harley-Fans und die wollen sich an allen Details der Maschine satt sehen. Technisch ist hier nicht allzu viel Fachwissen gefragt, man sollte einfach nur die Blende weit genug offen lassen, um das Motorrad vom Hintergrund abzugrenzen, aber natürlich genug Tiefenschärfe zulassen, damit die Harley scharf bleibt. Mein wichtigstes Ziel war es, mit meinen Bildern eine Geschichte zu erzählen: wie wir aus einer Seitenstraße raus fahren, eine kurvenreiche Straße entlang sausen oder anhalten, um den Blick in die Landschaft zu genießen.

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Der Nationalpark in all seiner Schönheit in der goldenen Stunde. Für diese Aufnahmen warteten wir, bis wir die Straßen für uns hatten.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 110 mm f/5.6 1/500 s ISO 800

Ich plante es so, dass wir zur goldenen Stunde (der letzten Stunde vor Sonnenuntergang) mitten im Nationalpark waren. So hatten wir tolles warmes, flaches Licht, das wunderschön mit der Natur in den Cairngorms im Spätsommer kontrastierte.

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Hier verstecke ich mich im Wald, um ein paar Bilder der Naturkulisse in den Kasten zu bekommen. Ich muss daran denken, ein wenig vom Hauptfokus abzurücken, um diesen weiteren Winkel aufzunehmen.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 105 mm f/4.5 1/640 s ISO 400

Manchmal verliere ich mich zu sehr in den Details. Mir ist es schon passiert, dass ich direkt nach einem Shooting durch die JPEGs geklickt habe und gemerkt habe, dass ich nicht weit genug zurückgetreten bin. Ich habe mich so sehr im Detail verloren, dass mir keine Zeit blieb, auch das große Ganze abzulichten. Ich hab schon mal überlegt, mir “Geh zurück” auf den rechten Handrücken tätowieren zu lassen, aber dann müsste ich jedes Mal Handschuhe anziehen, wenn ich meine Oma besuche. Daher muss das gelegentliche, abwaschbare Edding-Tattoo genügen.

Die Weitwinkelaufnahmen zeigen ein Bild der Landschaft, durch die wir fuhren, und runden die Narrative des einsamen Fahrers ab. Diese Art von Fotos zu machen heißt natürlich, dass man ständig anhalten und wieder weiterfahren muss. Ich wollte unbedingt die malerischsten Landschaften des Nationalparks ablichten, doch es war ein inneres Roulette: Aus dem Augenwinkel meines Helms konnte ich einen Mäanderfluss sehen, doch ich wusste, wir würden bei Sonnenuntergang durch ein tiefes Tal fahren. Bei so viel wunderschöner Natur war es schwer zu entscheiden, wann ich Leon auf die Schulter tippen sollte, damit er anhält, oder lieber noch ein wenig warten sollte, um zu sehen, was sich hinter der nächsten Kurve verbarg.

Da auf dieser Harley alles verstaut war, das zwei Leute für drei Tage Road Trip brauchten, musste ich meine ganze Ausrüstung in einem der zwei Behälter hinten am Motorrad unterbringen. Für ein solches Shooting nehme ich sonst lieber eine größere Tasche mit, zum Beispiel den Manfrotto Professional

Trolley 70
. Dann weiß ich, dass ich genug Platz für alle meine Objektive, Gehäuse und Stroboskope habe, ohne zu sehr quetschen zu müssen. Doch bei dieser Fahrt hatte ich eigentlich nur eine Schultertasche an Platz. Und da musste auch noch saubere Unterwäsche rein passen. Deshalb musste ich zwar auf ein Ersatz-Gehäuse und ein paar zusätzliche Blitzgeräte verzichten, aber mein

Manhattan Kamerarucksack Mover 50
kam hier genau richtig. Dort konnte ich das Allernötigste einpacken und wenn wir uns in den Sattel schwangen, nutzte ich die Innentasche, um darin meine gesamte Ausrüstung in die Box zu legen. Den leichteren Rucksack konnte ich auf dem Rücken behalten. So kam ich schnell an alles ran, das ich beim Fotografieren brauchte, war aber nicht gezwungen, die ganzen 500 Meilen unseres Trips einen schweren Rucksack zu tragen. Das wird einem nämlich ziemlich schnell ziemlich über.

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Die winzige Box an der rechten Seite war mein vorgesehener Stauraum. Ein bisschen kleiner als gewohnt.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 185 mm f/5.6 1/1000 s ISO 800

Doch genug Gerede über das Gepäck. Der nächste Punkte auf meiner Liste war eine Auswahl an Aufnahmen, die ein wenig mehr Bewegung in unsere Geschichte bringen würden. Eine Möglichkeit, dieses dynamische Element aufs Fotopapier zu bringen sind Mitziehaufnahmen. Dabei bleibt der Fotograf an einer festen Stelle, während das Motiv sich bewegt, und folgt dann (in diesem Fall) der großen weißen Harley mit der Kamera, im Tempo des Motorrads und fotografiert drauf los. Wenn ich das so erzähle, klingt es einfach, es gehört aber ein wenig mehr dazu, wenn man am Ende ein paar behaltenswerte Bilder im Speicher haben will.

Zuallererst brauchen wir ein bisschen Abstand zwischen dem Objektiv und dem Motorrad. Je weiter weg du von deinem Motiv bist, desto einfacher bekommst du einen schönen verschwommenen Vordergrund und Hintergrund hin, von dem das Motorrad sich gut abhebt. Damit meine ich natürlich keine 20-minütige Wanderung. Meist schnappe ich mir mein 70-200 mm und gehe in eine Entfernung, aus der ich den Zoom für ein paar schöne weite Aufnahmen einsetzen kann, aus der aber auch ein paar engere Bilder gelingen, die den Bildausschnitt stärker füllen. Keine Sorge, falls Hindernisse zwischen dir und deinem Motiv sind: Wenn du schnell mitziehst, verlieren sich alle Details im Vordergrund. Außerdem sind die Fotos eigentlich noch mitreißender, wenn das Motorrad an Bäumen, Zäunen oder auch anderen Fahrzeugen vorbei saust.

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Mitziehaufnahmen bringen super Bewegung und Energie in ein Auto- oder Motorrad-Shooting. Hier verstecke ich mich nochmal im Wald.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 70 mm f/6.3 1/60 s ISO 100

Neben der Ästhetik kommt hier auch etwas Technik ins Spiel. Ich will natürlich nicht die ganze Szene einfrieren, nur unsere Harley, darum brauchen wir eine deutlich niedrigere Verschlusszeit als gewohnt. Bitte den Fahrers des Gefährts, das du ablichtest, so gut er kann ein vereinbartes Tempo einzuhalten. Ich schlage meist rund 60 km/h vor und fange bei 1/30s an zu fotografieren. So hab ich ein gutes Gleichgewicht aus einer ordentlichen Bewegungsunschärfe und einem Tempo, das nicht zu schnell zum Mitziehen ist. Außerdem sollte deine Blendenöffnung nicht zu groß sein, denn wir fokussieren ja auf ein Objekt, das sich schnell bewegt, da brauchen wir eine vernünftige Tiefenschärfe – so werden Motorrad und Fahrer so scharf wie möglich abgebildet. Ich nutze gern ungefähr ##, wir müssen ja nicht das ganze Licht verschlingen, da wir eine viel langsamere Verschlusszeit als üblich nutzen. Wenn du an einem hellen sonnigen Tag fotografierst, kann deine Verschlusszeit gar nicht niedrig genug sein. Pack dir deshalb einige gute ND-Filter (Neutraldichtefilter) ein, diese verringern die Lichtmenge, die an deinen Sensor gelangt. So kannst du eine niedrigere Verschlusszeit wählen.

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Hier sieht man jede Menge Details und Bewegung, ich habe das Motorrad und den Hintergrund in Szene gesetzt.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 200 mm f/5.6 1/200 s ISO 100

Ein Einbeinstativ kann hier Wunder wirken, es schränkt nicht so ein wie ein Stativ und du kannst deine Kamera ohne Weiteres in alle Richtungen bewegen und trotzdem ruckelfreier mitziehen als mit bloßer Hand. Aufgrund meines begrenzten Stauraums hab ich diese Aufnahmen alle mit der Handkamera gemacht, aber zweifellos hätte ich mehr brauchbare Bilder gemacht, wenn ich das
Manfrotto XPRO 5-Seg Aluminium Monopod hätte mitnehmen könnte. An dieser Stelle solltest du deinem Fahrer sagen, dass du startklar fürs Mitziehen bist und er losfahren kann.

Bevor ich mit den Aufnahmen anfange, stelle ich meinen Fokus auf die Straße und die Wegstrecke des Fahrzeugs ein und sperre ihn, indem ich das Objektiv in den manuellen Modus umschalte. Wenn du die AF-Taste an der Rückseite magst, hat sie jetzt ihren großen Einsatz. Moderne Kameras sind zwar mit unfassbar schnellem Autofokus und scheinbar hellsichtiger Fokusnachführung ausgestattet, aber in vorhersehbaren Situationen wie dieser stelle ich meinen Fokus trotzdem lieber ein und habe so einen freien Kopf, um mich auf die anderen Einstellungen zu konzentrieren, die für Mitziehaufnahmen entscheidend sind. Eine kleinere Blendenöffnung sorgt dafür, dass du so viel wie möglich in den Fokus bekommst.

Sobald du siehst – oder hörst – dass das Motorrad sich nähert, heißt es: Ab hinter die Kamera und glücklich drauf los schießen. Und dann ist Knipsen und Flitzen angesagt, auch wenn dein Körper dir von Natur aus Grenzen setzt willst du ja bei jedem Take so viele Aufnahmen wie möglich machen. Aber denk dran: Die meiste Bewegung fängst du ein, wenn das Motorrad direkt vor dir ist. Dabei solltest du die Bufferkapazität deiner Kamera kennen (du fotografierst natürlich RAW) und dann genauso viele Aufnahmen von deinem Motiv beim Reinfahren ins Bild machen wie vom Rausfahren. Auf keinen Fall solltest du alle verfügbaren Fotos immer gleich zu Beginn schießen, denn dann musst du ausgerechnet dann eine Zwangspause einlegen, wenn es am meisten darauf ankommt.

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Diese Art von Aufnahmen treffen wohl nicht den Geschmack jedes Redakteurs, aber ich verstecke das Motiv ziemlich gern. So entstehen interessantere Fotos.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM / 90 mm f/6.3 1/60 s ISO 100

Geh nach der ersten Runde die gemachten Aufnahmen rasch durch und schau dir an, wie sie sich machen. Zu wenig Bewegungsunschärfe, Verschlusszeit runter, zu viel, dann ein Stück rauf. In den ersten beiden Takes wähle ich meist meine Einstellungen aus, damit ich danach unbeschwert fotografieren kann. Ein letzter Tipp noch: Glaub nicht, was der kleine LCD-Bildschirm verspricht. Aufnahmen, die bei drei Zoll gestochen scharf erscheinen, können auf einem größeren Bildschirm der reinste Müll sein. Pro Take mache ich vielleicht ein oder zwei brauchbare Bilder, vielleicht liegt das an meiner Technik. Aber wenn dir jemand erzählt, er drückt für eine solche Aufnahme nur einmal auf den Auslöser, nimmt er dich ganz klar auf den Arm.

Als ich die Mitziehaufnahmen im Kasten hatte, wollte ich meine Zeit als Sozius nutzen, um ein bisschen kreativ zu werden. Bisher lag unser Verhältnis von Fahren zu Fotografieren bei etwa 10:1, denn wir mussten ja jeden Abend im Hotel ankommen. Demnach saß ich viel länger auf dem Motorrad als ich es fotografierte. Da die Harley relativ sicher und bequem ist, hatte ich beide Hände frei und fühlte mich am zweiten Tag so sicher, wie man sich auf so einer Maschine nur fühlen kann.

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Diese Aufnahmen haben ein bisschen von allem: Tempo, Landschaft, die sich windende Straße und dazu tolle Details vom Armaturenbrett und dem Fahrer. Das könnte mein Lieblingsbild sein.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 17-40 mm f/4L USM / 19 mm f/8 1/60 s ISO 100

Mit meinem Weitwinkelobjektiv an der Kamera und meinem Kameragurt fest um mein Handgelenk gewickelt, machte ich mich an ein paar Aufnahmen im Fahren. Ich wollte ein paar wirklich ausdrucksstarke Bilder als Bereicherung für den Artikel machen, für den dieses Shooting gedacht war. Was mir vorschwebte, war ein Foto im GoPro-Stil, aber in Spiegelreflexqualität. Alle meine Fotos hatten bis dato erfolgreich die Illusion eines Solo-Road Trips aufrecht erhalten, deshalb war es wichtig, in dieser Narrative zu bleiben. Sprich: Ich durfte auf den Bildern nicht zu sehen sein.

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Noch einer meiner Favoriten. Es liegt einfach so viel Tempo und Energie in diesem Bild, man spürt förmlich, wie nahe man der Straße ist. Da die Bewegungsfreiheit meiner Gelenke hier eingeschränkt war, konnte ich diese beiden tiefen Aufnahmen nur im Hochformat machen. Es ist aber wichtig, Fotos in beiden Formaten zu liefern, besonders für den Druck.
Canon EOS 5D MkIII / Canon EF 17-40 mm f/4L USM / 17 mm f/8 1/60 s ISO 100

Bei den Mitziehaufnahmen hatte ich eine gewisse Kontrolle über das Tempo der Harley, doch nun war ich der Gnade der Straße und des Fahrers ausgeliefert. Ich ließ die Belichtungsautomatik an meiner Kamera eingeschaltet, so konnte ich meine Verschlusszeit an das tatsächliche Fahrtempo anpassen. Eine hübsche Bewegungsunschärfe wollte ich trotzdem einfangen, doch wenn unser Tempo zwischen 20 und 110 km/h schwankte, musste ich mich schnell darauf einstellen.

Damit die Fotos nicht so wirkten, als wären sie vom Soziussitz aus geschossen worden, wählte ich wirklich übertriebene Winkel, so tief ich es wagte und so hoch ich mich strecken konnte. Ich will jetzt nicht Captain Obvious spielen, aber sich so weit wie möglich von einem fahrenden Motorrad zu lehnen, gibt wahrscheinlich nicht allzu viele Punkte in Sachen Sicherheit und Gesundheit, aber zumindest waren die Straßen ruhig und der Mann mit dem Fuß auf dem Gaspedal wusste haargenau, was ich vorhatte.

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Mir ging es bei diesem Shooting ganz darum, einen Road Trip zu fotografieren und gleichzeitig daran teilzuhaben. Es wäre viel einfacher, ich möchte sogar sagen, normal gewesen, ein Begleitfahrzeug, einen Anhänger, Recce und einen Assistenten dabei zu haben, aber so fühlte es sich einfach viel abenteuerlicher und authentischer an, und ich hatte wirklich einen Heidenspaß dabei! Wenn du also einen Kumpel und ein Motorrad hast, fahrt und fotografiert einfach drauf los und gönnt euch den Spaß.

Letzter Tipp? Du wirst dich wundern, wie schwer es ist, 800 Meilen Insekten aus deiner Lieblingsjeans zu waschen!

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