26.04.2018

LANDSCHAFTEN ENTLANG DER GRENZE ZWISCHEN UTAH UND ARIZONA

written by:
Sean Ensch

26.04.2018

LANDSCHAFTEN ENTLANG DER GRENZE ZWISCHEN UTAH UND ARIZONA

Arizona, Staat im Südwesten Amerikas, ist einer meiner Lieblingsorte zum Fotografieren. Die Wüstengebiete gehören zweifellos zu den schönsten und einzigartigsten Landschaften der USA. Vor dem Hintergrund der Einheimischen und ihrer Kulturgeschichte können die überwältigenden geologischen Formationen fast bilderbuchhaft wirken. Da es sich um einen ziemlich großen Staat handelt, in dem es viel zu entdecken gibt, will ich mich auf Arizonas nördliche Region an der Grenze zu Utah beschränken.

Für mich hat die Wüste einen ganz besonderen Reiz und ich finde, dass die Welt der Fotografie ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenkt. Während Maler aus aller Welt in die südwestlichen Staaten zogen, um die eindrucksvollen Wüstenlandschaften zu malen, gibt es in der Fotografie aus irgendeinem Grund viel mehr Berg- als Wüstenfotos. Canyons, Spitzkuppen, Hochebenen und die scheinbar endlose Weite des Landes lassen mich nicht mehr los. Es ist ein Gebiet mit wundersamen geologischen Orten, voller komplexer Steinformationen, Muster, Strukturen und Farbnuancen: eine Vielfalt, die zu faszinierenden Kompositionen und detailreichen sowie abstrakten Bildideen inspiriert.

 

Arizonas größte Attraktion für Touristen ist der Grand Canyon. Er erstreckt sich über 445 km entlang des Colorado River, erreicht eine maximale Breite von 29 km und eine Tiefe von bis zu 1,6 km. Die immense Weiträumigkeit des Canyons vermittelt ein starkes Gefühl davon, wie klein man in der Natur dasteht. Die zahlreichen verschlungenen Mäander des Colorado River sind ein faszinierender Anblick. Einige gehören zu meinen bevorzugten Bildmotiven. Die bekannteste Flussbiegung heißt Horseshoe Bend und liegt gleich außerhalb der kleinen Stadt Page. Auf einem 300 m über dem Fluss liegendem Aussichtsplateau kann man hinunter in den 270 Grad Mäander des Colorado River blicken. Die Aussicht ist überwältigend – jeder sollte einmal in seinem Leben über diesen Rand geschaut haben. Doch kein Foto ist es wert, dass man Hals und Kragen dafür riskiert – das versteht sich zwar von selbst, trotzdem will ich es hier noch einmal betonen: Auf dem Weg entlang des Abgrunds ist äußerste Vorsicht geboten. Man kann leicht abrutschen oder stolpern, da eine feine Sandschicht den Felsen bedeckt.

Sean Ensch Arizona for Manfrotto Sean Ensch Arizona for Manfrotto Sean Ensch Arizona for Manfrotto

 

 

Am langläufigen Colorado River gibt es viele solcher Flussbiegungen zu entdecken. Eine Erkundung lohnt sich schon deshalb, weil viele dieser naturellen Biegungen noch komplett unberührt und relativ unbekannt sind. Unter den emporragenden Spitzkuppen und Hochplateaus bietet der gewundene Flusslauf eine perfekte Szenerie für jeden Fotografen.
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In der Umgebung von Page befindet sich ein weiteres lohnendes Ausflugsziel, die Schluchten des Antelope Canyon. Hier liegen meines Erachtens nach die schönsten Slot Canyons (Klamm) und Felsformationen der Welt: Mit ihren eindrucksvoll geformten Felsen, Mustern, Farbschichten und Strukturen sind sie ein Paradies für Fotografen.

 

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Der Canyon befindet sich im Privatbesitz der Navajo, der einheimischen Bevölkerung dieses Gebietes. Daher ist die Tour durch den Canyon kostenpflichtig. Wer Fotos machen möchte, muss eine besondere „Photography Tour“ buchen und darf dann sein Stativ und eine professionelle Kamera mitbringen. Der Zuschlag für diese Foto-Tour lohnt sich allein schon deshalb, weil normale Führungen den Canyon durchqueren, ohne Zeit für die Bildsuche einzuräumen. Bei der Fototour ist die Größe der Gruppe begrenzt und der Führer stoppt bei jeder Öffnung des Canyons, um die anderen Gruppen ein paar Minuten aufzuhalten. Auf diese Weise kann man rasch seine Kamera für ein paar Aufnahmen einstellen. Bei jedem Aussichtspunkt bekommt man aber nicht mehr als ein paar Minuten. Es lohnt sich also, die Kameraeinstellungen startbereit zu haben und die Kamera auf dem Stativ zu lassen. Das kann zwar ein bisschen hektisch werden, aber der Ort ist absolut fantastisch und die Mühe lohnt sich auf alle Fälle, besonders bei einem Erstbesuch.

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In der nordöstlichen Ecke des Staates befindet sich das Monument Valley, eine Hochebene an der Grenze zwischen Utah und Arizona. Auch im Valley findet sich Gelegenheit zu fantastischen Fotoaufnahmen. Das Land befindet sich nicht in öffentlicher Hand, sondern liegt ebenfalls im Gebiet der einheimischen Bevölkerung. Die Navajo erheben eine Eintrittsgebühr von $20, wenn man die 27 km lange Rundfahrt durch das Valley zurücklegen möchte. Man fährt auf einem Schotterweg, der sich zwischen den „Buttes“ genannten Spitzkuppen hindurch windet, durch das Herz der Hochebene. Einige dieser turmartigen Buttes sind bis zu 300 m hoch. Bitte beachten Sie, dass die Navajo Respekt für Land und Leute verlangen: Es ist nicht gestattet, von der Durchfahrtstraße abzukommen, auch nicht zu Fuß. Um die Gegend hautnah zu erleben, kann man eine Off-Road-Tour des Gebietes oder eine Führung auf einem Pferderücken buchen.

 

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Wahrscheinlich erkennen Sie viele Drehorte berühmter Filme wieder, darunter Forest Gump, Lone Ranger, Transformers und natürlich viele alte Westernfilme.

 

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Die Sommermonate bringen intensive fast unerträgliche Hitze mit sich (44 C°), im Winter hingegen hat man mit eiskalten Temperaturen zu kämpfen. Für einen Besuch empfiehlt es sich daher, im Frühling oder Herbst anzureisen, wenn man mit angenehmen Tagestemperaturen rechnen kann. Auf der anderen Seite hat man während der Sommermonate die Chance, Monsunstürme mit umwerfenden Licht- und Witterungsverhältnissen zu beobachten. Schwarze Wolken, Blitz und Donner, Regenbogen und was das Wetter sonst noch so zu bieten hat. Zu beobachten, wie Regenstürme über die Tafelberge und Spitzkuppen hinweg ziehen, gehört zu meinen bevorzugten Erlebnissen.

 

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Wenn Sie Lust haben, atemberaubende Momente und einmalige Bildmotive einzufangen, die Ihr fotografisches Können herausfordern, kann ich Ihnen einen Besuch in Arizona nur von ganzem Herzen empfehlen. Der Südwesten hat viel Interessantes zu bieten, was man anderswo kaum finden kann. In einigen Gebieten reicht die Farbpalette von Korallenrosa und Sandfarben bis zu leuchtenden Orangetönen, gedämpftem Grau und Beige im Kontrast zu kohlschwarzen Stellen, tiefroten Felsen und vielen Schattierungen. Gehen Sie hinaus in die Weite, um Ihr Auge herauszufordern, um Muster, Formen und aufregende Bildmotive zu finden. Viel Glück!

 

 

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